Kompetenzbereiche der Ausbildung
Personale und soziale Kompetenz
Die Teilnehmenden der Lehrgänge werden ermutigt, bei der Planung und Leitung von Seminaren auch ihre eigene Persönlichkeit einzubringen. Persönliche Weiterentwicklung ist eines der Fundamente der Ausbildung und der Tätigkeit als SeminarleiterIn und TrainerIn. Die Lernenden sollen ihre Ressourcen und Grenzen einschätzen, den Lernbedarf erkennen und ihre Lernziele definieren können. Dabei orientieren sie sich an dem oben skizzierten Bildungsverständnis.
Soziale Kompetenz ist ein weiteres Fundament. Die Teilnehmenden lernen kommunikative Vorgänge besser zu verstehen und probieren neue Verhaltensweisen aus. Im Umgang mit Konflikten und Kritik werden sie sicherer. Sie lernen Prozesse in Gruppen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu setzen.
Die Tätigkeit in der Erwachsenenbildung wird auf das gesellschaftliche und politische Umfeld bezogen, die eigene Wertorientierung reflektiert und der Wertorientierung anderer mit Achtung begegnet.
Erwachsenenbildnerische Kompetenz
Die Teilnehmenden der Lehrgänge lernen bedarfsgerecht und methodisch zielsicher Seminare zu planen und zu gestalten und eine erwachsenengerechte Lernkultur, die von der Selbstverantwortlichkeit der Lernenden bestimmt ist, zu entwickeln. Marketingkompetenz ermöglicht den Teilnehmenden, die Seminarangebote am Markt zu platzieren.
Verpflichtende eigene Seminartätigkeit, Projektarbeit und Hospitationen während der Ausbildung werden fachlich begleitet und reflektiert. Theorie und Praxis werden immer aufeinander bezogen. Ein gutes theoretisches Fundament ist wichtige Grundlage für die selbständige Handlungsfähigkeit in den vielfältigen Situationen der Praxis, wie umgekehrt die Praxis immer wieder nach theoretischer Reflexion verlangt.
Inhaltliche Fachkompetenz
Die Diplomlehrgänge haben jeweils einen thematischen Schwerpunkt (Persönlichkeitsbildung, Politische Bildung, Elternbildung, Spiritualität, Kommunikation, ...). Anhand ausgewählter Themenbereiche wird Erwachsenenbildung exemplarisch gestaltet. Die TeilnehmerInnen erwerben eine Basiskompetenz in der Erarbeitung von neuen Inhalten. In der Suche nach ihrer persönlichen inhaltlichen Schwerpunktsetzung werden sie unterstützt.
Rahmenbedingungen für gelingendes Lernen
Individualität
Jede und jeder lernt anders. Die Teilnehmenden reflektieren ihre Lernbiographie und erkennen ihren Lernstil. Lernziele und Lernwege werden im Blick auf „bildendes Lernen" formuliert und in das Gruppengeschehen eingebracht. So übernehmen sie Verantwortung für ihr eigenes Lernen. Individuelle Entwicklungen werden beschrieben und angeregt. Supervision und Lehrgangsleitung bieten fachkompetente Begleitung.
Gruppe - Lernen am Unterschied
Die konstante Lerngruppe ist eine wichtige Ressource des Lernens im Ausbildungsinstitut. Die Teilnehmenden lernen miteinander und voneinander. Die Unterschiedlichkeit von Lernzielen, Lernwegen, Persönlichkeiten und Werten werden anerkannt, gewürdigt und für die Gruppe produktiv genützt. Feedback-Prozesse werden gefördert und somit Selbsterfahrung in der Gruppe ermöglicht. Das Gruppengeschehen liegt in der gemeinsamen Verantwortung der Teilnehmenden und der Leitung.
Begleitung
Leitung und Begleitung der Lehrgänge bieten Struktur und erwachsenenbildnerische Kompetenz und orientieren sich an den Zielen der Ausbildung und den Ressourcen der Teilnehmenden. In der Person der LehrgangsleiterInnen und ReferentInnen werden Modelle von Erwachsenenbildung sichtbar, an denen die einzelnen TeilnehmerInnen ihren eigenen Stil entwickeln können. ExpertInnen bringen darüber hinaus Fachinformationen ein.
Lernklima
„Erfolg" und „Misserfolg" sind gleichermaßen Lernerfahrungen. Eine kontinuierliche Gruppe bietet ein tragfähiges Netz für die Lernenden.
Das Lernklima entfaltet sich in der Balance von Bestätigung und konstruktiver Verunsicherung, Prozess und Ergebnis, hohen Ansprüchen und Experimentierfreude, Anstrengung, Gelassenheit, Humor und Gottvertrauen.